Metallallergie beim Zahnarzt – Mythos oder Realität? ️

Viele Menschen haben bereits die Erfahrung gemacht, dass nickelhaltiger Schmuck Hautrötungen oder Juckreiz verursacht. In solchen Fällen stellt sich oft die Frage: Was passiert, wenn ein Zahnimplantat oder ein Zahnersatz angefertigt wird?

Die gute Nachricht ist, dass die in der modernen Zahnmedizin verwendeten Materialien äußerst biokompatibel sind und allergische Reaktionen nur sehr selten auftreten. Dennoch ist es ratsam, bei der Planung einer Implantation oder eines Zahnersatzes bereits bekannte Allergien zu berücksichtigen.

Metalle in der Zahnmedizin

In der Zahnmedizin werden verschiedene Metalllegierungen verwendet, die beispielsweise Nickel, Kobalt, Chrom, Palladium, Gold und Titan enthalten können.

Von diesen ist Nickel das häufigste Allergen, von dem etwa 10–20% der Bevölkerung betroffen sein können, insbesondere Frauen. Kobalt- und Chromallergien sind seltener, aber ebenfalls bekannt.

Diese enthalten alle Metall … Krone, Brücke, Implantat

Welche Symptome können auf eine Metallallergie hindeuten?⚠️

Zu den Symptomen im Mundraum zählen beispielsweise: Brennen oder Stechen, Schleimhautreizungen, Geschwüre, Zahnfleischentzündungen, „Einheilung“ des Bindegewebes um das Implantat herum“

Symptome, die nicht im Mundbereich auftreten, sind sehr selten, kommen aber vor. Dazu gehören beispielsweise: Juckreiz, Hautausschläge, in extremen Fällen eine anaphylaktische Reaktion

Sollte jemand bereits allergische Reaktionen auf Schmuck oder Metallgegenstände erlebt haben, sollte dies auf jeden Fall im Voraus mitgeteilt werden. Bei Bedarf kann eine allergologische Untersuchung bei der Auswahl des geeigneten Materials helfen.

Kann ein Titanimplantat allergische Reaktionen auslösen?

Titan gilt seit mehreren Jahrzehnten als Goldstandard bei Zahnimplantaten, da es vom Körper äußerst gut vertragen wird.

Eine besondere Eigenschaft von Titan ist, dass sich bei Kontakt mit Luft oder Gewebe sofort eine stabile Titanoxidschicht auf seiner Oberfläche bildet. Diese mikroskopisch kleine Schicht ist chemisch stabil, biologisch inert und schirmt das rohe Metall vom Körper ab. Das heißt, der Körper kommt eigentlich nicht mit dem Titan selbst, sondern mit der Titanoxid-Oberfläche in Kontakt.

Den Statistiken zufolge tritt eine Titanallergie bei etwa 1% auf, während eine allergische Reaktion auf Titanoxid noch seltener ist und unter 0,6% liegt.

Aufgrund klinischer Erfahrungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse ist eine Titanallergie ein äußerst seltenes Phänomen. Viel häufiger sind es andere Faktoren – wie beispielsweise Entzündungen, Überlastung oder mangelnde Mundhygiene –, die zu Beschwerden im Bereich des Implantats führen.

Sollte bei jemandem dennoch eine nachgewiesene Metallallergie oder -unverträglichkeit vorliegen, gibt es auch eine vollständig metallfreie Alternative: das Zirkoniumimplantat.

Eines der Pionierprodukte unter den metallfreien Implantaten ist das Nobel Biocare Pearl-Implantat, ein hochfestes, keramikbasiertes Implantat. Bei diesem System sind sowohl die Aufbaukomponente als auch die Schraube metallfrei, sodass es im Falle einer Allergie eine umfassende Lösung darstellt. Bei einem der großen Konkurrenten, Straumann, bestehen hingegen sowohl die Schraube als auch die Aufbaukappe aus Metall!

In unserer Klinik beschäftigen wir uns bereits seit mehreren Jahren mit metallfreien Implantatlösungen, und seit 2008 werden unsere Zahnersatzlösungen fast ausnahmslos aus Zirkonium gefertigt.

 

Nicht nur das Implantat enthält Metall

Bei einer Metallallergie stehen heute zahlreiche vollständig metallfreie Zahnersatzmöglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel: Zirkonium, Lithiumdisilikat, Feldspatkeramik.

All dies gehört zum Leistungsspektrum unserer Klinik, sodass wir stets das Material auswählen können, das am besten zur jeweiligen klinischen Situation passt.

Diese Materialien sind nicht nur biokompatibel, sondern gewährleisten auch ein hervorragendes ästhetisches Ergebnis.

Es ist wichtig zu beachten, dass bei einer schweren Metallallergie auch bestimmte Keramikfarben, die zum Einfärben von Keramikprothesen verwendet werden, Metalle oder Metallsalze enthalten können. Eine allergieauslösende Wirkung ist dabei äußerst selten, aber nicht völlig unbekannt.

Keine Allergie: Galvanismus⚡

Wenn man über dieses Thema spricht, sollte man unbedingt das Phänomen des Galvanismus erwähnen, da dessen Symptome denen einer Metallallergie ähneln und ebenfalls durch das Auftreten eines neuen Metalls im Mund ausgelöst werden.

Galvanismus kann auftreten, wenn sich im Mund mindestens zwei verschiedene Metalle befinden – zum Beispiel: eine alte Metallkrone, eine Amalgamfüllung, ein Goldinlay, ein Implantat oder ein Metallpiercing.

Zwischen verschiedenen Metallen kann es zu einer elektrochemischen Reaktion kommen, bei der eine geringe elektrische Potentialdifferenz entsteht.

Galvanismus ist keine immunologische Allergie, sondern ein rein physikalisches Phänomen. Er funktioniert wie eine Batterie: zwei verschiedene Metalle in einer leitfähigen Lösung (Speichel).

Zu den Symptomen können gehören: metallischer Geschmack, brennendes oder stechendes Gefühl, Reizung der Schleimhaut, leichtes „Stromschlag“-Gefühl.

In solchen Fällen lässt sich das Problem in der Regel durch den Austausch der verschiedenen Metalle oder durch den Einsatz metallfreier Ersatzteile beheben.

Wie lässt sich eine Zahnmetallallergie behandeln? ️

Das Wichtigste ist die Vorbeugung.

Besteht der Verdacht auf eine Allergie, muss dies vor der Behandlung abgeklärt und die Behandlung unter Berücksichtigung dieser Tatsache geplant werden.

Sobald Beschwerden auftreten, besteht der erste Schritt darin, das Metall, das die Reaktion ausgelöst hat, zu entfernen, um das Auftreten schwerwiegenderer Symptome zu verhindern.

Anschließend empfiehlt es sich, den Ersatz durch eine metallfreie Lösung zu ersetzen.

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